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Zigeunerdeck

Das Zigeuner- oder Kipper-Deck ist ein mitteleuropäisches kartomantisches Deck mit 36 Karten, beliebt in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn und auf dem Balkan. Der historische Name im Deutschen lautet Zigeunerkarten. Heute wird häufig der Name "Kipper" bevorzugt, um stereotype Konnotationen zu vermeiden.

Zusammensetzung

Sechsunddreißig nummerierte Karten, jede mit einem beschreibenden Titel und einer Szene aus dem Leben des 19. Jahrhunderts: 1 Männlicher Hauptsignifikator, 2 Weibliche Signifikatorin, 3 Heirat, 4 Begegnung, 5 Guter Herr, 6 Gute Dame, 7 Brief, 8 Falsche Gedanken, 9 Veränderung, 10 Reise und so weiter bis 36 Hoffnung.

Tradition

Das Kipper wird der bayerischen Kartenlegerin Susanne Kipper aus München zugeschrieben, die im 19. Jahrhundert tätig war. Das Deck wird von deutschen und österreichischen Verlagen (Piatnik, ASS) hergestellt und ist heute für die modernen Illustrationen urheberrechtlich geschützt. Die Lesetechniken überschneiden sich teilweise mit denen des Lenormand, auch wenn die Symbole anders sind.

FAQ

Ist es dasselbe wie das Lenormand?

Nein. Beide haben 36 Karten und entstehen in derselben Zeit, doch Symbole und Nummerierungen sind verschieden. Die Lesetechniken überschneiden sich nur teilweise.

Ist der Name "Zigeuner" korrekt?

Es ist der historische Name auf Italienisch und Deutsch. Heute bevorzugen manche "Kipper" oder "Schicksalskarten", um stereotype Konnotationen zu vermeiden.

Haben die Zigeunerkarten einen Roma-Ursprung?

Nein. Das Deck ist ein deutsches Verlagsprodukt des 19. Jahrhunderts. Der Name spiegelt die europäische Bildwelt der Zeit wider, nicht einen tatsächlichen Ursprung in Roma-Gemeinschaften.