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Synchronizitaet
Die Synchronizität ist ein vom Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung (1875-1961) geprägter Begriff für das bedeutsame Zusammentreffen zweier Ereignisse ohne ersichtlichen kausalen Zusammenhang, die als "nicht zufällig" empfunden werden. Jung entwickelte ihn zusammen mit dem Physiker Wolfgang Pauli, Nobelpreisträger 1945, im Aufsatz "Synchronizität als ein Prinzip akausaler Zusammenhänge" (1952).
Jungs Definition
Eine Synchronizität hat drei Merkmale: zwei oder mehr Ereignisse geschehen gleichzeitig oder fast gleichzeitig; es besteht kein kausaler Zusammenhang zwischen ihnen; eines der Ereignisse ist innerlich (ein Gedanke, ein Traum) und eines ist äußerlich (eine Tatsache der Welt); das Subjekt empfindet eine bedeutsame Verbindung. Klassisches Beispiel (Jung): Während eine Patientin einen Traum mit einem Skarabäus erzählt, klopft ein Skarabäuskäfer gegen die Fensterscheibe der Praxis.
Zeitgenössische Lesarten
Die akademische Psychologie erklärt viele Fälle mit kognitiven Verzerrungen (Apophänie, Baader-Meinhof-Effekt: wenn man an etwas denkt, fällt es einem stärker auf). Die esoterische Tradition deutet sie als "Zeichen" und Botschaften. Die beiden Positionen stehen sich nicht zwangsläufig entgegen: Synchronizität wird bedeutsam, wenn das Subjekt sie als solche annimmt.
FAQ
Sind alle Zufälle Synchronizitäten?
Nein. Synchronizität ist "bedeutsam": Sie muss den Erlebenden tief berühren. Banale Zufälle bleiben Zufälle.
Ist sie wissenschaftlich nachweisbar?
Nein, sie ist ein philosophisch-psychologisches Konzept. Die Wissenschaft erkennt keine außerphysische Kausalität an.
Wie wird sie in der Praxis genutzt?
Bedeutsame Zufälle in einem Tagebuch zu notieren hilft, Muster zu erkennen. In der jungianischen Therapie sind Synchronizitäten eines der Bearbeitungsthemen.