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Marseille-Tarot

Das Tarot von Marseille ist das klassische französische Modell des Tarotdecks, das sich zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert in den Druckereien von Marseille, Lyon und Paris durchsetzte. Es ist das Deck, das die "offizielle" Struktur des europäischen Tarots überliefert hat: 22 Große Arkana mit Titeln in altem Französisch, vier Farben (Bâtons, Coupes, Épées, Deniers) und geometrisch-symbolische Illustrationen.

Geschichte

Die Wurzeln reichen zu den italienischen Decks des 15. Jahrhunderts zurück (Visconti-Sforza, Mantegna-Tarot). Im 17. Jahrhundert standardisieren französische Druckereien ein populäres, kostengünstiges Modell. Der Begriff "Marseille-Tarot" setzt sich im 19. Jahrhundert dank der Schriften von Etteilla, Eliphas Lévi und Papus durch, die es zum Referenzdeck des französischen Okkultismus machen.

Ikonografische Merkmale

Im Gegensatz zum Rider-Waite (1909) sind die Kleinen Arkana des Marseille-Tarots nicht mit narrativen Szenen illustriert: Sie zeigen nur die Symbole der Farbe in geometrischer Anordnung. Das zwingt den Leser zu einem symbolischeren Ansatz. Moderne Leseschulen (Jodorowsky, Wirth) haben Farbe, Blick der Figuren und Numerologie hervorgehoben.

FAQ

Ist es das "wahre" Tarot?

Es ist das traditionelle französische Modell, eines der ältesten standardisierten. Das "wahre Tarot" gibt es nicht: Jedes Deck ist eine Version der Tradition.

Welche Edition wird empfohlen?

Die Reproduktionen von Nicolas Conver (1760) und Jean Dodal (1701-1715) gehören zu den philologisch genauesten. Es gibt auch moderne Restaurationen wie Jodorowsky-Camoin.

Ist es für Anfänger geeignet?

Anspruchsvoller als das Rider-Waite. Wer beginnt, sollte besser zum Rider-Waite greifen und später zum Marseille wechseln, um zu vertiefen.