manzia
Keromantie
Die Keromantie, vom lateinischen cera "Wachs" und von manteia "Wahrsagung", ist die Wahrsagepraxis, die das in Wasser gegossene oder an einer Kerze schmelzende Wachs deutet. Sie ist eine Variante der Velomantie (Beobachtung brennender Kerzen) und hat Traditionen in vielen volkstümlichen europäischen Kulturen.
Technik
Du zündest eine Kerze an (oder erhitzt Wachs in einem Löffel) und lässt geschmolzenes Wachs in eine Schale kalten Wassers laufen. Das Wachs erstarrt und bildet zufällige Figuren. Die Formen werden als Symbole gedeutet (Herz, Kreuz, Tier, Gegenstand). Die österreichische, polnische und germanische Volkstradition praktiziert sie als Bleigiessen (mit Blei, heute aus Sicherheitsgründen Wachs) in der Silvesternacht.
Bedeutung
Die Formen werden als Vorzeichen für das Jahr oder für das Thema der Frage gelesen. Die Deutungen variieren: Herz (Liebe), Schiff (Reise), Krone (Anerkennung), Schlange (Vorsicht), Vogel (Nachricht). Die Praxis hat sowohl eine wahrsagende als auch eine gesellige Funktion: Oft findet sie in der Gruppe als rituelles Spiel statt.
FAQ
Unterschied zur Velomantie?
Die Velomantie beobachtet die brennende Kerze (Flamme, von der Kerze tropfendes Wachs). Die Keromantie beobachtet das in Wasser gegossene geschmolzene Wachs. Es sind verwandte Praktiken.
Ist sie sicher?
Mit massvoll geschmolzenem Wachs und hitzebeständiger Schale ja. Vermeide Blei (historisch als Bleigiessen verwendet): Es ist giftig und heute in vielen Ländern verboten.
Wann wird sie praktiziert?
In der europäischen Tradition ist sie typisch für die Silvesternacht und die Sankt-Silvester-Nacht als Vorzeichenspiel für das neue Jahr.