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I Ging
Das I Ging (chinesisch Yijing) oder Buch der Wandlungen ist eines der grundlegenden Werke der antiken chinesischen Philosophie. Es besteht aus 64 Hexagrammen, jedes aus sechs durchgehenden (yang) oder unterbrochenen (yin) Linien, die Qualitäten einer Lage und ihre möglichen Wandlungen beschreiben.
Ursprung und Aufbau
Die kanonische Fassung geht auf die Zhou-Dynastie (11.-8. Jahrhundert v. Chr.) zurück und ist einer der Fünf konfuzianischen Klassiker. Die 64 Hexagramme sind nummeriert und tragen Namen wie Das Schöpferische (1), Das Empfangende (2), Der Besitz von Grossem (14), Die Bescheidenheit (15), Vor der Vollendung (64). Jedes Hexagramm hat ein Urteil, ein Bild und Kommentare zu den einzelnen Linien.
Wandelnde Linien
Eine Linie kann "alt" (instabil) sein und sich in ihr Gegenteil verwandeln, sodass ein zweites Hexagramm entsteht. Dadurch ist das I Ging dynamisch: Es liefert keine statische Momentaufnahme, sondern eine Entwicklungsrichtung. Die traditionelle Befragung erfolgt mit Schafgarbenstängeln oder mit drei Münzen, sechsmal geworfen.
FAQ
Wie viele Hexagramme gibt es?
Vierundsechzig, erzeugt durch alle Kombinationen von sechs yin- oder yang-Linien.
Ist es ein religiöses Buch?
Es hat Wurzeln in Konfuzianismus und Daoismus. Heute wird es auch säkular und psychologisch gelesen (Jung hat es studiert und im Westen bekannt gemacht).
Kann ich es mehrmals befragen?
Die Tradition rät davon ab, dieselbe Frage in kurzem Abstand wiederholt zu stellen. Besser, über die erste Antwort zu meditieren.