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Hermetik
Die Hermetik ist die philosophische und esoterische Tradition, die sich auf den mythischen Hermes Trismegistos, den "dreimal Grössten", bezieht, eine synkretistische griechisch-ägyptische Figur, mit dem Gott Thot/Thoth identifiziert. Die Grundlagentexte sind das Corpus Hermeticum (2.-3. Jahrhundert n. Chr.) und die Tabula Smaragdina, die Alchemie, Astrologie und Magie der Renaissance tief beeinflusst haben.
Hermetische Prinzipien
Die berühmte Tabula Smaragdina fasst die Lehre zusammen: "wie oben, so unten" (Entsprechung von Mikrokosmos und Makrokosmos). Das Kybalion (Text von 1908 anonymer Autoren) entwickelt sieben hermetische Prinzipien: Mentalismus, Entsprechung, Schwingung, Polarität, Rhythmus, Ursache-Wirkung, Geschlecht. Das Kybalion gilt als populäres Werk des 20. Jahrhunderts, nicht als antikes historisches Dokument.
Historischer Einfluss
Die Hermetik wurde im 15. Jahrhundert von Marsilio Ficino wiederentdeckt, der das Corpus Hermeticum für Cosimo de Medici übersetzte. Sie beeinflusste Pico della Mirandola, Giordano Bruno, Tommaso Campanella, John Dee und die Rosenkreuzer. Sie steht an der Wurzel der modernen westlichen Esoterik und hat Symbole (Caduceus, alchemistische Zeichen) hinterlassen, die noch heute in Gebrauch sind.
FAQ
Hat Hermes Trismegistos existiert?
Nicht als historische Person. Es ist ein Synkretismus des griechischen Gottes Hermes und des ägyptischen Thot. Die hermetischen Texte stammen von verschiedenen griechisch-ägyptischen Autoren der hellenistischen Zeit.
Ist das Kybalion authentisch?
Nein. Es ist ein Text von 1908, signiert von "drei Eingeweihten", der populäre Synthesen der hermetischen Philosophie bietet. Kein antikes Dokument.
Wird sie noch studiert?
Ja, akademisch (Religionsgeschichte, Neuplatonismus) wie in zeitgenössischen esoterischen Strömungen (Golden Dawn, OTO, rosenkreuzerische Gruppen).