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Gnosis

Die Gnosis (vom griechischen gnosis, "Erkenntnis") ist die rettende, intuitive und unmittelbare Erkenntnis, unterschieden von rationaler oder lehrhafter Erkenntnis. Sie steht im Zentrum des Gnostizismus, einer religiösen Bewegung der ersten Jahrhunderte des Christentums (2.-4. Jahrhundert n. Chr.), in verschiedenen Formen in der späteren westlichen Esoterik aufgegriffen.

Antiker Gnostizismus

Eine heterogene religiöse Bewegung mit verschiedenen Schulen (Valentinianer, Sethianer, Basilidianer). Sie war geprägt durch: dualistische Weltsicht (Licht/Finsternis, Geist/Materie), einen Demiurgen, der dem wahren Gott unterlegen ist, einen göttlichen Funken im Menschen, Erlösung durch unmittelbare Erkenntnis des eigenen "göttlichen Ichs". Die Hauptschriften (Thomasevangelium, Philippusevangelium) wurden 1945 in Nag Hammadi wiederentdeckt.

Erbe

Der Gnostizismus wurde von der frühen Kirche als Häresie verurteilt, beeinflusste aber esoterische Strömungen weiter: mittelalterliche Katharer, christliche Kabbala, Theosophie des 20. Jahrhunderts. Im weiteren Sinn bezeichnet "Gnosis" heute jede erfahrungsbezogene und initiatische Erkenntnis des Göttlichen oder des tiefen Selbst.

FAQ

Sind Gnostiker Christen?

Die antiken Gnostiker hatten starke christliche Elemente, galten der offiziellen Kirche aber als Häretiker. Es gibt auch nichtchristliche Gnostiker (Mandäer).

Was ist gnostische "Erkenntnis"?

Keine intellektuelle Vorstellung, sondern eine unmittelbare Erfahrung des Göttlichen und der eigenen geistigen Natur. Für die Gnostiker ist diese Erfahrung erlösend.

Ist sie heute praktizierbar?

Es gibt zeitgenössische gnostische Bewegungen (Ecclesia Gnostica) und esoterische Strömungen, die sich auf die Gnosis berufen. Sie sind minoritär, aber lebendig.