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Geomantie

Die Geomantie ist eine wahrsagerische Praxis mittelalterlich-arabischer Herkunft, die sich später im 13.-16. Jahrhundert in Europa verbreitete. Sie beruht auf der zufälligen Erzeugung von 16 "Figuren" aus Punkten in Reihen (ein oder zwei Punkte pro Reihe) und deren Kombination in einem gegliederten Wahrsagebild (Tableau oder Schild).

Die 16 Figuren

Via, Populus, Conjunctio, Carcer, Fortuna Major, Fortuna Minor, Acquisitio, Amissio, Laetitia, Tristitia, Puer, Puella, Rubeus, Albus, Caput Draconis, Cauda Draconis. Jede Figur ist mit einer Bedeutung, einem Planeten und einem Tierkreiszeichen verbunden. Die Konsultation erzeugt vier "Mütter", aus denen Töchter, Enkelinnen und der Richter hervorgehen.

Ursprung und Verbreitung

Entstanden in der mittelalterlichen arabischen Welt (ilm al-raml, "Wissenschaft des Sandes") und über das islamische Spanien nach Europa übertragen. In mittelalterlichen Universitätskreisen (Salerno, Bologna) wurde sie als Zweig der wissenschaftlichen Geheimkunde studiert. In der Renaissance bei Cornelius Agrippa, John Dee und Christopher Cattan populär.

FAQ

Hat sie mit umweltbezogener Geomantie zu tun?

Nein. Die umweltbezogene Geomantie (Landschaftslesen zur Platzierung von Bauten) ist anderes: Sie hat chinesische Wurzeln im Feng Shui. Die wahrsagerische Geomantie ist ein eigenes System.

Ist sie schwierig?

Komplexer als eine Tarotlegung: Sie verlangt 16 Figuren und den Aufbau des Tableaus. Lohnenswert für alle, die gegliederte Wahrsagesysteme mögen.

Wird sie heute praktiziert?

Ja, in westlichen und afrikanischen esoterischen Kreisen (in Westafrika ist sie unter dem Namen Ifá belegt, einem verwandten rituellen Yoruba-System).