oracoli
Egregor
Die Egregore (vom griechischen egregoros, "wachsam, wach") ist in der westlichen Esoterik eine "kollektive Entität", die sich aus den psychischen Energien und Absichten einer Gruppe bilden soll. Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert von Eliphas Lévi eingeführt und von Stanislas de Guaita, Papus und der martinistischen Tradition aufgenommen.
Was sie sein soll
Nach esoterischer Tradition erzeugt jede zusammenhaltende Gruppe (Familie, Organisation, Religion, Partei, Sportteam) ein kollektives psychisches Feld, das ein "eigenes Leben" gewinnen und seinerseits die Mitglieder beeinflussen soll. Die Vorstellung nimmt informell Intuitionen der Sozialpsychologie des 20. Jahrhunderts vorweg (Le Bon, Freud, Bion) zur "Gruppenseele".
Kritik und Relektüre
Wissenschaftlich existiert die Egregore nicht als autonome Entität. Was wir Egregore nennen, beschreibt poetisch die reale Tatsache, dass Gruppen eigene Dynamiken, implizite Normen und eine kollektive Kultur entwickeln, die auf die Mitglieder wirken. Eine nützliche Metapher für die Forschung an Organisationen oder Religionssoziologie.
FAQ
Gibt es Egregoren?
Nicht als autonome Wesen. Als "kollektives psychisches Feld" beschreiben sie in esoterischer Sprache reale Gruppendynamiken.
Kann ich eine Egregore "erschaffen"?
Esoterisch ja: jede zusammenhaltende Gruppe würde eine erzeugen. Säkular betrachtet ist jede Organisationskultur unter dieser Linse eine "Egregore".
Steht sie in Verbindung mit Magie?
In der westlichen Ritualmagie ja: einige Strömungen arbeiten "mit" Egregoren von Traditionen (kabbalistisch, hermetisch, rosenkreuzerisch).