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Animismus

Der Animismus ist die Weltsicht, die vielen indigenen Kulturen und traditionellen Religionen gemeinsam ist und nach der jede natürliche Entität (Tiere, Pflanzen, Steine, Flüsse, Berge, atmosphärische Phänomene) eine eigene Seele oder einen eigenen Geist besitzt. Der Begriff wurde 1871 vom Engländer Edward Burnett Tylor in die Anthropologie eingeführt.

Animistische Kulturen

Der Animismus findet sich in den schamanischen Kulturen Sibiriens, in vielen indigenen Traditionen der Amerikas (nordamerikanische Ureinwohner, amazonische und andine Völker), in den traditionellen afrikanischen Religionen, im japanischen Shintoismus, in den animistischen Riten Südostasiens. Das gemeinsame Prinzip lautet, dass die Natur keine "träge Materie" ist, sondern ein Netz beseelter Wesen, mit denen man in Beziehung treten kann.

Zeitgenössische Neulektüre

Die zeitgenössische Anthropologie (Philippe Descola, Eduardo Viveiros de Castro) hat den Animismus als alternative "Ontologie" zum westlichen kartesianischen Naturalismus aufgewertet. Die Umweltkrise hat einige Philosophen dazu gebracht, animistische Sichtweisen als Ressource für ein Überdenken der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt neu zu betrachten.

FAQ

Ist es eine Religion?

Mehr als eine einzelne Religion ist es eine Weltsicht, die sich in vielen verschiedenen Religionen und Kulturen ausdrückt.

Ist er mit dem Schamanismus verbunden?

Ja, der Schamanismus stützt sich auf eine typisch animistische Weltsicht: Die Geister der Natur können befragt werden.

Ist er mit der Wissenschaft vereinbar?

Der Animismus als Ontologie steht der Wissenschaft in ihren Methoden nicht entgegen: Er steht im Widerspruch zur Vorstellung, dass die Natur "nur" träge Materie sei.